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Güte der Umsetzung, wie leistungsfähig das verteilte System ist und in welchem Maße es seine
interne Zusammensetzung nach außen verbergen oder zeigen kann.
Diese Charakterisierung, welche ich verwende, hat folgende Merkmale: Das Verbergen der An-
zahl und der Heterogenität der beteiligten Systeme gehört nicht zu den Mindestanforderungen
an ein verteiltes System. Um das zu illustrieren: Wird ein System lediglich mit primitiven
send()- und receive()-Systemrufen programmiert, bei denen jeweils der sendende und emp-
fangende Rechner bekannt sind, also nicht verborgen wird, welche und wie viele Rechner
beteiligt sind, ist es dennoch ein verteiltes System, wenn etwa durch die Kommunikation eine
gemeinsame Aufgabe gelöst wird. Verbirgt das System darüber hinaus die Systeminterna,
zum Beispiel in Form einer Programmierschnittstelle, so macht dies das System zwar nicht
verteilter, es kann aber dadurch leistungsfähiger, d.h. besser werden.
1.1.2 Entstehung verteilter Systeme
Grundsätzlich können zwei Kategorien von Ursachen für Verteilung unterschieden werden:
zum Ersten die gewünschte Verteilung, bei der es vor allem um Erhöhung der Leistung (Rech-
nerverbünde, Serverfarmen) und um Erhöhung der Stabilität durch Redundanz geht, oft auch
um eine Reduzierung von Kosten (Mikroprozessorverbünde statt Mainframes). Zum Zweiten
gibt es eine an sich unerwünschte Verteilung, welche durch Zusammenschlüsse von Geräten
durch Vernetzung, durch Erneuerung von vernetzten Geräten und durch Aufnahme neuartiger
Geräte in ein bestehendes System entsteht. Ein äußerst verschiedenartiges Gebilde von Rech-
nern entsteht etwa dadurch, dass bestehende Systeme (Mainframes, ältere PCs, Terminals
etc.) mit neueren Systemen (schnellere und modernere Geräte, technische Neuerung wie PDAs
etc.) und Spezialgeräte (Mess- und Steuerungssoftware) vermischt werden. Veränderungen
in der Rechnerstruktur von größeren Organisationen oder Unternehmen haben grundsätzlich
evolutionären Charakter, was schlichtweg dadurch begründet ist, dass die Anschafungen und
Anpassungen Geld kosten: Einerseits möchte man möglichst lange die bestehenden Systeme
nutzen, andererseits will man den Anschluss an die modernere Technologie nicht verpassen.
Ein nagelneues System aber kann relativ wertlos sein, wenn man damit nicht einen unter
einigen älteren Systemen gemeinsam benutzten Datenbestand nutzen kann.
Diese beiden Formen von Verteilung haben eines gemeinsam: in beiden Fällen ist es aus
verschiedenen Gründen attraktiv, die zugrundeliegenden Systeme zu verbergen. So sollten sich
die Schnittstellen eines Multiprozessorsystems oder Multicomputersystems nicht ändern, wenn
neue Prozessoren bzw. Rechner zum System hinzugefügt oder vom System entfernt werden.
Im anderen Fall ist es wünschenswert, dass man sowohl ältere als auch neuere Systeme, sowohl
Systeme der einen wie der anderen Art, auf die gleiche Weise ansprechen kann. In beiden
Fällen kann Middleware die Lösung sein.
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